Florian Ocenasek

Roof 2100

Ein Dachgeschoß im Gemeindebau, neu gedacht für das Klima, mit dem seine Bewohner 2100 leben werden.

Jahr

Sommersemester 2026

Studio

Act of Building, Act III, "Practicing Transformation" · TU Wien

Mit

BC architects & studies & materials

Team

Natenael Eshaw Abebe, Lena Erk, Clemens Langeder, Florian Ocenasek

Partner

Wienerberger, Wiener Linien

Betreuung

Thomas Amann

Werkzeuge

Archicad, D5 Render, Photoshop

Bis 2100 wird Wien mit höheren Durchschnittstemperaturen, längeren Hitzewellen und mehr Tropennächten leben, in denen Gebäude passiv nicht mehr abkühlen können. In dichten Strukturen wie dem Gemeindebau führt das zu starker Überhitzung, vor allem in den oberen Geschoßen und Dachzonen, die direkter Sonne ausgesetzt sind. Gleichzeitig belastet extremeres und unberechenbareres Wetter die Gebäude zusätzlich, mit Starkregen, Trockenperioden und instabilen Übergangszeiten.

Daraus entstehen für die Architektur mehrere Aufgaben, die sich überlagern. Der Wärmeeintrag muss sinken und passive Kühlung möglich werden, weil mechanische Klimatisierung im sozialen Wohnbau in großem Maßstab weder nachhaltig noch leistbar ist. Gebäude müssen auch auf den Wechsel der Jahreszeiten reagieren, denn Winter brauchen, auch wenn sie milder werden, weiterhin Wärmespeicherung und Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit. Gefragt sind Systeme, die sich über die Zeit anpassen, statt in einem Zustand festzustecken.

ForschungsfrageWie kann ein Dach in Wien als Instrument wirken, das thermische Regulierung, zeitlich anpassbare Nutzung und widerstandsfähiges Regenwassermanagement unter sich verändernden Klimabedingungen verbindet?
Innenansicht entlang des umgebauten Dachgeschoßes im Sommer, Bewohner und Katzen zwischen Holzbindern und Ziegelvolumen
Sommerstimmung
Dasselbe Dachgeschoß im Winter, Bewohner mit Zimmerpflanzen und einer Gitarre bei der Ziegelmasse
Winterstimmung
Schnitt mit sommerlichen Sonnenwinkeln, der Dachraum belüftet und von Vordächern beschattet
Schnitt im Sommer, Querlüftung, Wärmeabzug, Sonnenschutz durch Vordächer und Verdunstungskühlung
Langer Grundriss des Dachgeschoßes in der offenen Sommerkonfiguration, die Möbel über die ganze Länge verteilt
Grundriss im Sommer
Schnitt mit winterlichen Sonnenwinkeln, der Dachraum geschlossen für Dämmung und Wärmespeicherung
Schnitt im Winter, der Glashauseffekt schafft auch in den kalten Monaten Platz zum Gärtnern
Langer Grundriss des Dachgeschoßes in der geschlossenen Winterkonfiguration, die Räume enger um die Stiegen gezogen
Grundriss im Winter
Südansicht des Gemeindebaus mit der neuen Aufstockung über den bestehenden Geschoßen
Südfassade
Ostansicht mit der zurückversetzten Aufstockung unter dem Satteldach über der bestehenden Fassade
Ostfassade
Diagramm der Luftströme im Sommer, warme Luft steigt auf und entweicht über den First, kühle Luft strömt unten nach
Klimaschema, Sommer
Diagramm der Luftströme im Winter, der Dachraum geschlossen, die Wärme bleibt um den genutzten Raum
Klimaschema, Winter

Danke an Thomas Amann, der dieses Projekt initiiert und begleitet hat, an Bregt Hoppenbrouwers, Henri Uijtterhagen und Laurens Bekemans von BC architects für ihre Anregungen und ihre Kritik, und an Wienerberger und Wiener Linien für die Unterstützung der Forschung.